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Orthopädisches
Zentrum Münsingen

Krankenhausweg 18 a
3110 Münsingen BE
Tel:  031 720 23 23
Fax: 031 720 23 21
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ozm(at)ozm.com

Schulterluxation

Sie bezeichnet das „Auskugeln“ der Schulter, d.h. der Oberarmkopf springt aus der Gelenkspfanne. Dabei werden verschiedene Mechanismen unterschieden:   

  • traumatische Luxation (direktes Unfallereignis)
  • rezidivierende Luxation (nach einer traumatischen Luxation kommt es bei inadäquaten Traumen zu immer wiederkehrenden Luxationen)
  • habituelle Luxation (Luxation ohne Trauma)

 

Wichtig zu beurteilen gilt es nach einem Ausrenken der Schulter, ob und welche Strukturen beschädigt sind. Durch das Ausrenken des Oberarmkopfes (Humerus) aus der Pfanne (Glenoid) kann es zu Verletzungen verschiedenster Art kommen:

  • Hill-Sachs-Läsion: diese beschreibt eine Kerbe (Impression) im Oberarmkopf, die durch das Rutschen des Oberarmkopfes über den Pfannenrand zustande gekommen ist
  • Bankart-Läsion: dies ist das Pendant zur Hill-Sachs-Läsion und beschreibt eine Verletzung an der Gelenkspfanne (Glenoid), die entweder nur die die Weichteile auskleidende Pfanne betrifft oder aber auch zu einer knöchernen Absprengung der Pfanne führen kann, in diesem Fall spricht man dann von einer Bankart-Fraktur.
  • SLAP-Läsion

Diagnostik:

Obwohl die bestehende Luxation der Schulter meist eine Blickdiagnose ist, fertigt man eine Röntgenaufnahme zum Ausschluss knöcherner Läsionen an.

Hier stehen 2 verschiedene Therapiekonzepte zur Verfügung: konservativ und operativ.

Konservativ:

Konservativ kann eine traumatische Luxation behandelt werden, wenn sich die Schulter in einer sog. Kurznarkose gut wieder einrenken (reponieren) lässt und keine knöchernen oder die Weichteile betreffende Schäden entstanden sind. Die Behandlung besteht dann nach der Reposition aus:

  • schmerzstillenden Medikamenten
  • Ruhigstellung der Schulter in einer spez. Schlinge
  • Physiotherapie

Therapie:

Operativ:

Operativ muss behandelt werden, wenn sich der Oberarmarm geschlossen nicht wieder einrenken lässt, oder wenn durch das Auskugeln knöcherne Schäden oder Schäden an den Weichteilen entstanden sind. Hier stehen uns 2 Methoden zur Auswahl: die offene oder die arthroskopische Operation. Im Gespräch mit Ihnen werden wir das für Sie optimale Operationsverfahren aussuchen, um das bestmöglich Ergebnis zu erreichen.

Offene Operation:

Im Rahmen der Operation verschafft man sich durch einen ca. 5cm langen Hautschnitt Zugang zum Gelenk. Die abgerissene Gelenkslippe wird wieder an den Knochen angenäht (refixiert) (Limbusrekonstruktion= Wiederbefestigung der Gelenkslippe) sowie meist noch die das Gelenk umgebene Kapsel ein wenig gestrafft, damit das Risiko einer erneuten Luxation vermindert wird. Ist der Pfannenrand gebrochen, wird er durch eine Schraube wieder befestigt oder durch ein Knochenstück, das in derselben Operation aus Ihrem Beckenkamm entnommen wird, wieder aufgebaut (rekonstruiert).
Im Anschluss an die Operation muss für ca. 3 Wochen ein spezieller Verband getragen werden sowie intensive Physiotherapie durchgeführt werden.
Haben Sie durch die Luxation eine Verletzung am Oberarmkopf (Hill-Sachs-Läsion) erlitten, so kann man im Rahmen einer sog. Rotationsosteotomie (Herausdrehen des Oberarmkopfes aus der gelenkbildenden Fläche und Fixierung mittels einer Platte und Schräubchen) durchführen. Im Anschluss an die Operation erfolgt eine frühe Mobilisation mittels Physiotherapie.

Arthroskopische Operation:

Hier wird durch 3 kleine Hautschnitte (Inzisionen) der Zugang zum Gelenk geschaffen. Dann erfolgt die Wiederanheftung der abgerissenen Gelenkslippe und der Kapsel durch Nähte oder durch sog. Anker. Auch hier muss im Anschluss an die Operation für ca. 3 Wochen eine spezielle Armschlinge getragen werden und Physiotherapie durchgeführt werden.

Ablauf:

In unserer Praxis finden im Vorfeld die Untersuchung sowie das Festlegen der Therapie statt. Im Gespräch mit Ihnen werden wir das für Sie geeignetste Therapiekonzept (Termin, Art der Operation, Hospitalisation, Physiothearpie) zusammen erarbeiten.
Im Allgemeinen treten Sie dann am Tag der Operation in das Spital Münsingen ein. Im Laufe des Vormittags erfolgt die Operation. Am nächsten Tag werden Sie mit Hilfe der Physiotherapie mobilisiert und können das Spital in der Regel nach 3-4 Tagen wieder verlassen. Es sollte dann jedoch weiterhin ambulant Physiotherapie durchgeführt werden, um die Schulter wieder zu stärken und den Bewegungsumfang zu trainieren. Selbstverständlich finden dann in regelmässigen Abständen Kontrollen in unserer Praxis statt.