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Orthopädisches
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MicroHip
Das Dogma „Grosse Chirurgen, Grosse Schnitte“ endete erst mit einer Änderung des Verständnisses der Biologie und dem dadurch erwachten Bewusstsein, dass jeder Schnitt nicht nur ein Trauma verursacht, sondern es auch teilweise zu einer endgültigen Zerstörung von Gewebe kommt. Dies verursacht dem Patienten einerseits postoperative Schmerzen und führt zu einer verlängerten Hospitalisation bzw. Rehabilitation, und andererseits wird auch die Feinmotorik relevant reduziert. Entscheidend ist aber sicher nicht nur die Schnittlänge, sondern noch viel mehr, welche Strukturen mit der Operation geschont werden. Hierbei am wichtigsten sind sicher Muskeln und Sehnen, wobei der Abduktorenmuskulatur, insbesondere den Musculi glutaeus medius und minimus, eine ganz zentrale Rolle zufällt. Über diese Strukturen wird auch die Perzeption wesentlich beeinflusst; dies bedingt allerdings, dass auch die Nervenversorgung möglichst gar nicht oder so wenig als möglich beeinträchtigt wird.
Ein idealer minimal invasiver Zugang sollte aber nicht nur Muskeln und Sehnen vollständig schonen, sondern er sollte überdies in einer Zwischennervenebene liegen, das heisst in einer Zugangsebene, die nicht von Nervenästen überquert wird. Hier liegt auch der Unterschied zwischen der von Röthinger in München praktizierten OCM Technik und der von uns entwickelten Methode. Mit unserer Operationstechnik benützen wir einen kurzen Abschnitt des Smith-Peterson Zugangs, der in der Internerveous Plane zwischen den Muskeln tensor fascia lata und rectus/sartorius liegt, während der OCM Zugang zwischen glutaeus medius und tensor facia lata durchführt. Diese Ebene entspricht einem Abschnitt des Watson–Jones
Zugangs, wobei dieser nicht entlang einer Internerveous Plane führt. Durch das Intervall von glutaeus medius und tensor fasciae late zieht im für uns wichtigen Abschnitt der Nervenast zum M. tensor fascia late. Somit besteht beim OCM Zugang ein relevantes Risiko, dass dieser Nervenast verletzt wird und es zu einer Minderfunktion des M. tensor fasciae lata kommt, welcher insbesondere für Sportler (Joggen/ Fahrradfahren) sehr wichtig ist.

Der Pfeil zeigt den Nervenast des Nervus glutaeus superior, der beim OCM Zugang häufig geschädigt wird. Beim MicroHip Zugang besteht das Risiko nicht.
Das MicroHip Verfahren, das wir in der Folge beschreiben, kennt dieses Problem nicht, da es sich - wie bereits erwähnt - an einer Internerveous Plane orientiert und ohne jegliches Ablösen von Sehnen oder Muskulatur auskommt; selbst die Gelenkskapsel kann bei dieser Technik erhalten werden, was nicht nur stabilitätsmässig von Vorteil ist. Auch konnte nachgewiesen werden, dass sich in der Gelenkskapsel Nervenfasern befinden, die eine nicht zu unterschätzende Funktion in der Feinsteuerung des Gelenkes ausüben können. Nicht zu unterschätzen ist zudem der Fakt, dass durch das Belassen der Gelenkskapsel die Wundfläche massiv verkleinert wird und somit nicht nur weniger Schmerzen auftreten, sondern überdies der Blutverlust und die postoperative Narbenbildung stark reduziert sind.


