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Orthopädisches
Zentrum Münsingen

Krankenhausweg 18 a
3110 Münsingen BE
Tel:  031 720 23 23
Fax: 031 720 23 21
www.ozm.com
ozm(at)ozm.com

Geschichte

Die MicroHip-Technik – eine minimal invasive und entsprechend schonende Operationsmethode zum Ersatz des Hüftgelenkes - wurde durch Dr. Markus C. Michel und Dr. Pierre Witschger am Orthopädischen Zentrum in Münsingen entwickelt.

Häufig werden wir gefragt, wie solch eine Entwicklung überhaupt möglich ist bzw. weshalb diese Methode nicht schon früher angewandt wurde.

Die Geschichte beginnt mit einer Anekdote, so erzählt Dr. Markus C. Michel:
Mein erster Lehrer war der weltbekannte Dr. Maurice E. Müller, welcher ganz wesentlich an der Entwicklung der modernen Hüftchirurgie mitbeteiligt war. Er stellte uns eines Tages seinen neuen Zugang zum Ersatz des Hüftgelenkes vor, den transglutealen Zugang, wobei wesentlich weniger Sehnen abgelöst werden mussten als mit allen andern zu diesem Zeitpunkt bekannten Zugängen. „Super“, war mein Kommentar als blutjunger Assistent, „doch noch viel schöner wäre es doch, wenn gar keine Muskeln oder Sehnen abgelöst werden müssten, führt doch genau dies immer zu bleibenden Schäden “ –

Ich erntete ein mildes Lächeln des grossen Meisters: „ Schön sicher, doch leider unmöglich!“

Dieser Gedanke liess mich nie mehr los. Als ich meine Basisausbildung zum Spezialarzt für Orthopädie beendet hatte und zunehmend mehr Hüften operierte, wurde mir bald bewusst, dass die meisten Probleme nicht in den künstlichen Gelenken zu orten waren, sondern viel mehr bei den Sehnen und Muskeln. Das Feuer war erneut entfacht!

Verfolgt man die Geschichte der Hüftchirurgie, so wird bald offensichtlich, dass das künstliche Gelenk nicht primär entwickelt wurde, um dessen optimale Funktionsfähigkeit zu garantieren, sondern hauptsächlich zur Schmerztherapie. Wer selbst mal unter einer Arthrose des Hüftgelenkes litt, der weiss, wovon ich spreche: Hüftschmerzen können so schrecklich werden, dass alles andere unwichtig wird! Da zu diesem Zeitpunkt die Funktionsfähigkeit des Gelenkes reine Nebensache war, galt dies auch für Sehnen und Muskeln.

Wenn schon mal die Schmerzen weg waren, so war es sicher schön, noch einige Schritte gehen zu können, doch an Sport oder schwere Arbeit hat zu dieser Zeit niemand gedacht.

Heute ist die Situation völlig anders. Von einem guten künstlichen Hüftgelenk wird heute erwartet, dass man ALLES damit machen kann; deshalb spielen Sehnen und Muskeln eine zentrale Rolle – oder: Was nützt der schönste Ferrari ohne Motor? Dass heute auch mit einem künstlichen Gelenk Sport getrieben bzw. sogar die Eigernordwand besteigen werden kann, zeigt der Film eines im OZM operierten Patienten (Film Johann Eiger).

1998 haben wir das Projekt zur Entwicklung eines möglichst schonenden, d.h. eines echten minimal invasiven Zugangs zur Hüfte erstmals formuliert. Wie immer bei einem solchen Projekt drängt sich in einem ersten Zeitpunkt das Studium der internationalen Literatur auf. Hierbei haben wir als Schweizer einen grossen Vorteil, können wir doch nicht nur englische Arbeiten lesen, sondern auch problemlos deutsche und französische. Dies war bei den Recherchen ein riesiger Vorteil, zeigte sich doch rasch, dass aus der neuen Literatur, welche auch auf dem Internet verfügbar ist, kaum wesentliche neue Ansätze gewonnen werden konnten. Wir mussten zurück in die originale Literatur, welche zum Teil aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts stammt und natürlich nicht in englisch verfügbar war. So bestellten wir die Kopien der Originalartikel aus den grossen internationalen Bibliotheken.

Nach der Lektüre von mehreren hundert Artikeln hatten wir Erstaunliches gelernt. Die Standartzugänge, welche im deutschen und englischen Raum gebraucht wurden, starteten alle an der Seite oder von Hinten zum Hüftgelenk.

Problematisch ist, dass bei den hinteren Zugängen immer der grosse Gesässmuskel (Glutaeus maximus) gespalten werden muss und überdies die Ablösung zumindest eines Teils der für die Feinsteuerung des Gelenkes wichtigen kleinen Drehmuskeln unumgänglich ist. Überdies bergen alle hinteren Zugänge ein erhöhtes Risiko der Gelenksluxation.

Die seitlichen Zugänge hingehen gehen immer durch die beckenstabilisierende Muskulatur (Abduktoren). Dadurch besteht das Risiko der Schädigung von Muskeln und Sehnen, wodurch ein mehr oder weniger ausgeprägtes Hinken zurück bleibt.

Konkret heisst dies, dass nach einem hinteren Zugang 20% der Kraft für das Aussendrehen verloren gehen, während nach einem seitlichen Zugang mehr als 80% der Patienten einen relevanten, oft schmerzhaften Kraftverlust der Abduktoren aufweisen.

Interessant wurde es in der französischen Literatur, fanden sich doch dort vermehrt auch sog. anteriore, das heisst vordere Zugänge. Einen Teil der Problematik finden sie im Beschrieb zur MicroHip Technik.

Es folgte dann die 2. Stufe des Projektes: Ich besuchte Chirurgen auf der ganzen Welt, um deren Technik zum Ersatz des Hüftgelenkes genau kennen zu lernen.

Die interessanteste Technik habe ich damals bei Jean-Pierre Vidalin in Annecy gesehen. Die Technik barg allerdings zwei Hauptprobleme: Zum einen gefährdete sie einen Nerven sehr stark (der Ramus superior des Nervus glutaeus superior), zum andern war die Lagerung des Patienten recht kompliziert und bedurfte einer OP-Schwester, die während der gesamten Operation auf dem Boden sass, um das Bein des Patienten zu halten. Operationspersonal, das gerne stundenlang auf dem Boden sitzt, ist jedoch eindeutig am Aussterben!

Doch für uns war klar, dass ein „neuer“ Zugang grundsätzlich vorne liegen musste, da hierbei die Schädigung von Sehnen und Muskulatur sicher am Geringsten ausfiel.

Stufe 3 beinhaltete dann die anatomischen Studien, zuerst im anatomischen Atlas, dann nächtelang am Anatomischen Institut. Hierbei lernten wir auch die allerfeinste anatomische Struktur kennen, die zum Teil nicht mal in einem anatomischen Atlas zu finden war.

Wir konzentrierten uns mit der Zeit hauptsächlich auf die Smith-Peterson Ebene, da dies die einzige Zwischennervenebene am Hüftgelenk ist, d.h. es ziehen keine Nervenfasern durch. Das heisst bei der Operation in diesem Gebiet erfolgt mit Sicherheit keine Schädigung von kleinen, aber eben wichtigen Nervenfasern.

In der Stufe 4 wurden diese Erkenntnisse umgesetzt auf die Bedürfnisse des künstlichen Gelenkes und der möglichen Patientenposition im Operationssaal. Da dies in der Schweiz jedoch nur schwer möglich war, reiste ich mehrmals nach Hamburg, Brüssel oder auch Amsterdam, wo es wesentlich einfacher war diese – vorgängig unabdingbaren – Versuche an Leichen durchzuführen.

Erst in der 5. Stufe wurden die ersten Implantationen am Patienten durchgeführt, somit mehr als 5 Jahre nach dem Start des Projektes. Diese zeigten bereits unglaublich positive Ergebnisse.

Bis die Technik das erste Mal dem Fachpublikum vorgestellt werden sollte, erfolgten ständige weitere Verfeinerungen und Optimierungen sowie eine entsprechende wissenschaftliche Studie. Ab dem Zeitpunkt der ersten Präsentation ging alles sehr schnell: Es folgten die ersten wissenschaftlichen Publikationen und die von uns entwickelte MicroHip-Technik ging in unglaublich kurzer Zeit um den Globus. Heute wird die Technik in führenden Zentren in aller Welt - von Australien über Asien, China, Japan, Europa und den USA - angewandt.

Fachvortrag in Bangkok

Operieren in San Francisco

Übertragung einer Liveoperation von Münsingen nach Sydney

Meeting in Indien (Chennai)

Präsentation in China

Lehre in einem Chinesischen Spital

Staunend messen die Chirurgen in Shoushou (China) die Länge der Wunde nach...

Ausbildung von Südafrikanischen Chirurgen in einem Buschcamp.

Zum Schluss nur noch ein Link zu einer Seite in den USA:
New Micro-Hip Surgery
http://video.aol.com/video-detail/new-micro-hip-surgery/897855764