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Orthopädisches
Zentrum Münsingen
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Technik
Der Patient wird in Seitenlagerung operiert, wobei eine stabile Stütze dorsal und ventral vom Becken sehr wichtig ist. Wie in Fig.1 gezeigt, wird der dorsale Fussteil des Operationstisches entfernt, damit zur Darstellung des Femurs das Bein nach dorsal in eine hyperextensions Position gebracht werden kann. Die Inzision beginnt auf mittlerer Höhe des Trochanter majors an dessen ventraler Begrenzung und zieht ca. 5-7cm in Richtung der Spina iliaca anterior superior.

Inzision
Die Subcutis wird bis auf die Fascie durchtrennt und der Tractus mit der Faszie dargestellt. Anschliessend wird der Tractus an dessen ventraler Begrenzung, ca. 4mm inzidiert und die Inzision in Faserrichtung nach distal und proximal erweitert. Der ventrale Anteil des Tractus kann mit der Pinzette angehoben werden, um anschliessend den Musculus tensor fasziea lata zuerst scharf, dann stumpf vom intermuskulären Septum hin zum Schenkelhals abzulösen. An der Basis des Trochanter majors sowie am Calcar wird dann ein Hohmann-Haken eingesetzt. Es folgt das Darstellen der Kapsel, worauf diese T-förmig inzidiert wird.

Eröffnung der Gelenkkapsel
Unter die Kapsel können dann die Hohmann-Haken eingefügt werden, bevor der Schenkelhals an der Basis entsprechend der praeoperativen Planung osteotomiert wird. Durch Einsetzen eines Meissels in die Osteotomie wird der Schenkelhals nach ventral gekippt, wodurch der Zapfenzier axial in den SH eingebracht werden kann. Durch mehrfaches Drehen kann der Kopf befreit werden, bevor er extrahiert wird. Zur Darstellung des Acetabulums setzen wir zwei Hohmann-Haken je medial und lateral ein, einen dritten, doppeltgebogenen distal. Anschliessen wird das Acetabulum in regulärer Weise mit den MI-Instrumenten aufgefräst, bevor die Pfanne, meist eine Pinnacle-Pfanne, eingesetzt wird. Obwohl bei schlanken Patienten die geraden Standart-Instrumente eingesetzt werden können, empfehlen wir immer, die MI- Instrumente anzuwenden, damit man sich bei den einfachen Fällen an das Instrumentarium gewöhnen kann und nicht die abgewinkelten MI-Instrumente nur bei adipösen Patienten einsetzt, welche initial schwieriger zu operieren sind. Beim Einsetzen der Pfanne muss unbedingt darauf geachtet werden, nicht zu viel Anteversion einzubauen. Das Setzinstrument muss etwa entlang der Tischachse ausgerichtet werden, bei einer Inklination von 45 Grad. Als Kontrolle kann der Verlauf des Lig. transverum dienen.
Zur Darstellung des Femur wird zuerst dorso-lateral ein Hohmann-Haken am Trochanter eingebracht, bevor das Femur in eine aussenrotations, hyperextensions Stellung gebracht wird.

Positionierung des Beines zur Darstellung des Femur
Hierbei wird der Unterschenkel entweder in einen Sack eingebracht, oder mit einem zweiten Strumpf versehen, um die Sterilität zu gewahren. Wichtig zur Beurteilung der Antetorsion ist, dass der Unterschenkel senkrecht zum Boden ausgerichtet ist. Ein nächster Hohmann-Hebel wird anschliessend am Kalkar eingesetzt. Die ganze Eingangsebene des Femur muss jetzt sorgfältig dargestellt werden, um den Eröffnungspunkt genau zu bestimmen. Wir eröffnen den Femur meist mit dem scharfen Löffel, bevor die Markraumraffeln eingebracht werden.
Das Einsetzten der Prothese erfolgt unter genauer Berücksichtigung der Antetorsion.
Nach der Reposition wird die Gelenkskapsel mit Einzelknopfnähten verschlossen, die Faszie mit einer Fortlaufnaht. Es ist ohne weiteres möglich, den Eingriff in ca ¾ Std. durchzuführen und dies in einer Internerveous Plane, ohne Ablösen von Sehnen oder Muskeln und ohne Resektion der Kapsel. Bis heute haben wir mehrere hundert MicroHip Eingriffe durchgeführt, wobei wir weder eine Nervenläsion, noch eine Trochanterfraktur beobachtet haben. Am meisten Schwierigkeiten hatten wir zu Beginn mit der Ausrichtung des Acetabulums, wobei dies unter Einhaltung der obgenannten Richtlinien sicher positioniert werden kann. Kalkar Fissuren stellen in der Regel kein Problem dar, können jedoch vermieden werden, wenn das Femur richtig dargestellt wird und der Eintrittspunkt somit korrekt bestimmt werden kann.


